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Erster Eintrag

Sonntag, 28.08.2011

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.

Vortag der Reise

Sonntag, 28.08.2011

Erster Eintrag:

Die Tasche ist soweit gepackt, das Handgespäck zusammmengesammelt. Fehlenden Informationen, wie z.B. ob Bettwäsche vorhanden ist, wird notgedrungen mit Hoffnung begegnet.

Außerdem setzt sich die Erkenntnis durch, dass 20 kg sehr wenig für 6 Monate sind.

Mal sehen, was die Zeit so bringt und welche Überraschungen in Salamanca sonst noch so warten.

Ankunft Madrid

Montag, 29.08.2011

Der Flug verlief relativ reibungslos. Pünktlicher Abflug in Berlin und pünktliche Ankunft in Madrid.

Allerdings stellte sich heraus, dass Englisch in Spanien anscheinend nicht so verbreitet ist. Den Abfahrtsort des Avanza Busses zu finden, war nicht so leicht wie erwartet. Meine höfliche Frage wurde ebenso höflich, aber leider völlig falsch beantwortet.

Der nette Angestellte der Busgesellschaft EMT setzte mich kurzerhand in den Airport-shuttle nach Atocha (müsste Bahnhof sein) und erklärte dann, mit welchem Bus ich weiter fahren solle. Fragen am Bahnhof führte dann zu verschiedenen Antworten, welche am Ende aber eh alle falsch waren. Die nette Dame an der Information wollte mich mit dem Zug zur nächsten Station schicken, der Herr der Busgesellschaft mit dem 102er.

Zum Glück kam mir das alles sehr spanisch vor und ich hab nochmal das Ticket überprüft und erkannt, dass da als Abfahrtsort "Parking de Autobuses de la Terminal 1" steht. Also alle Ratschläge ignorieren, mit dem nächsten Shuttle zurück zum Flughafen (zum Glück fahren die sehr regelmässig) und dort den Parkplatz gesucht. Da stand dann auch schon der Bus. Die Ausschilderung ist allerdings eine echte Katastrophe.

Das kostenlose W-Lan funktioniert im Bus sehr gut, denn aus selbigem schreibe ich gerade. :) Mal sehen, was mich in Salamaca erwartet, im Zweifelsfall werde ich diesmal einfach meinem Instinkt folgen.

Was Madrid angeht, hatte ich durch das Shuttle eine "schöne" Stadtrundfahrt und muss sagen, bisher war die Stadt nicht besonders schön/beeindruckend.

Für den Erfahrungbericht:

Wenn man am Terminal 1 angekommen ist, diesen und durch eine der vielen Schiebetüren verlassen und nach dem Schild "Bus Parking" orientieren. Dazu müsst ihr euch vorraussichtlich nach links wenden. Diesem dann vorbei an den vielen Taxen folgen bis ihr zu zwei eingezäunten Bereichen kommt. Der erste ist der Parkplatz des Flughafens, der zweite und kleinere ist der Bus-Parkplatz. Dort steht dann irgendwo ein Reisebus mit "Avanza" an der Seite und "Madrid-Salamanca" über der Frontscheibe.

1. Tag Ankunft Salamanca & Unterkunft

Montag, 29.08.2011

Nach ca. 2h30min Busfahrt, bin ich in Salamanca angekommen. Bei sonnigen 37°C hab ich mich dann auf den Weg gemacht und die Residenz sogar ziemlich schnell gefunden. Vielleicht liegt es an der Sonne, vielleicht aber auch am Datum, bisher wirkt Salamanca noch ziemlich leer.

Das Zimmer ist klein und eher spartanisch. Bett, Tisch für 2 Personen und 2 Stühle. Bad mit Dusche und WC und ein Wandschrank für die Klamotten. Bis auf die sehr zentrale Lage eigentlich nichts, was den doch recht hohen Preis rechtfertigt. Bettwäsche bekomme ich für die erste Woche, danach muss ich eigene kaufen. Leider ist es auch hier mit dem Englisch der Spanier nicht weit her. So langsam zerbricht die Hoffnung, mit Englisch das meiste erledigen zu können.

Dafür kann ich zumindest den groben Sinn der meisten Texte erkennen. Wenn ich es richtig verstanden habe, muss sich Besuch z.B. an der Rezeption anmelden und seine Ausweisnummer hinterlassen.

Von schriftlichen Verträgen halten die Spanier anscheinend nicht viel, ich hab mich in ein Buch eingetragen. (Name, AusweisNr., Land) und bekam meine Schlüssel. Wenn ich da irgendwelchen Blödsinn reingeschrieben hätte, wäre es auch niemandem aufgefallen.

Die Residenz verfügt über kostenloses und freies W-Lan, das ich gerade nutze. Ich bin nur noch nicht sicher, ob ich darüber auch skypen kann. Zumindest fürs "surfen" war eine Anmeldung im Browser nötig. Na ja, wir werden sehen.

Ansonsten zieh ich jetzt erstmal los, kauf was zu trinken, essen und schau mich ein wenig um.

Edit:

Der erste Versuch den Supermarkt zu finden ist grandios gescheitert. Wenigstens habe ich mich nicht soweit verlaufen, dass ich nicht zurück gefunden habe. Bin dann noch mal los und hab in der Umgebung eine Einkaufsmöglichkeit gefunden. Ein kleiner Markt, kleine Stände mit Fleisch, Fisch, Gemüse und vielem anderen, was ich lieber nicht kaufe bei der Lagerung. Dafür habe ich es geschafft, 6 Flaschen Wasser zum Preis von 4 zu kaufen. Ich glaube, der Kerl hatte einfach nur Mitleid, als ich nicht verstanden habe, wieviele Euros er denn nun für 6 Flaschen bekommt (hatte erst nur 4 bestellt, er meinte aber 6er Paket wäre günstiger).

Da die Öffnungszeiten hier anscheinend um acht enden, geb ich für heute auch auf. Ich hab Wasser, Brot von zu Hause und damit werde ich jetzt meinen Abend verbringen und früh schlafen gehen.

2. Tag

Dienstag, 30.08.2011

Ein weiterer Tag mit strahlend blauem Himmel und 30°C (13:00 Uhr) neigt sich dem Ende zu. Nach einigem suchen, hab ich endlich die Touristen-Information gefunden, mir dort einen kostenlosen Stadtplan besorgt und bin dann noch ein wenig durch die Stadt gelaufen. Dabei hab ich mir dann für 6 Euro in einem Bücherladen noch einen richtigen Stadtplan gekauft, der mehr als nur die Innenstadt drauf hat. :)

Die Alt- oder Innenstadt von Salamanca ist ziemlich gut erhalten, viele alte Gebäude in erstaunlich gutem Zustand.

Dann hab ich mir erlaubt, heute mal das Mittag in der Residenz zu probieren. Mal abgesehen davon, dass mal wieder niemand Englisch sprach und mir erklären konnte, wie das System denn hier funktioniert, war das Essen ein Erlebnis. Als erstes hab ich mal, weil kein Koch da war und ich nicht wusste, dass ich auf einen warten soll, Selbstbedienung betrieben. Man hat es mir aber verziehen. Unschuldig Die haben vermutlich auch gedacht, diese blöden Ausländer. Lachend Dann hab ich erkennen müssen, dass die Spanier eine einzigartige Art zu kochen haben. Das Fleisch ist so hart, dass man es brechen kann/muss und Muskelkater im Kiefer vorprogrammiert ist, dafür sind die Knochen weich wie Gummi.

Na ja ich schätze, das werden noch ein paar Tage voller Pannen bis ich mich hier eingelebt habe. Heute abend werde ich dann wohl einfach noch ein bisschen um die Häuser ziehen, um die nähere Umgebung kennenzulernen.

Morgen steht dann Anmeldung zum Spanischkurs und kauf einer Telefonkarte an. Außerdem besorge ich mir das Verzeichnis für Wohnungen. Die Übersetzungen der Residenzregeln haben nämlich ergeben, dass ich Besuch nur von 12:00 bis 0:00 Uhr empfangen darf und dies auch nur im Besucherzimmer. Die spinnen doch die Spanier.

Trotzdem werde ich wohl bis Ende September in der Residenz bleiben. Daher hier mal die aktuelle Adresse:

R.U. Colegio de Oviedo, C/Alfonso X, s/n 37007 Salamanca,  Número de habitación 284

Theoretisch könnte man mich hier auch anrufen, aber ich denke, über Skype geht das besser, daher hier auch noch der Skypename für alle, die mich sprechen und sehen wollen: maximilian102

Ach ja, bei der ersten Wanderung hab ich gesehen, dass es hier sehr viele unterschiedliche Wohnheime zu geben scheint. Unter anderem eines für Hispanoamerikaner. Ich weiß nur nicht, warum das Ding so schwer umzäunt / geschützt ist?

Na mal sehen, was der Abend so bringt. Morgen gibts dann auch Bilder, hab heute keine Lust mehr welche hoch zu laden.

3. Tag Part 1

Mittwoch, 31.08.2011

Wetter: leicht bewölkt bei 20°C und ich schwitze trotzdem. Einige Spanier rennen schon mit langen Hemden/Pullis rum.

Trotzdem war der Tag bisher recht erfolgreich. Die Sprachschule führte allerdings erstmal zu einer sehr ironischen Erkenntnis. Nur weil ich Deutsch, Englisch, Französisch usw. lehre, bedeutet dies noch lange nicht, dass irgendjemand in der Lage ist, eine der Sprachen auch zu sprechen oder zu verstehen. Also musste mal wieder alles auf Spanisch laufen. Unentschlossen Immerhin hat mein Spanisch gereicht, um zu verstehen, dass Anmeldungen nur vom 01.September bis zum 20.September möglich sind und ich für die Anmeldung eine Kopie meines Ausweises brauche. Ich schätze, das kann morgen noch lustig werden. Zumindest dürfte klar sein, welches Fach ich belegen möchte. Lachend

Danach bin ich zur SOU um mir das Wohnungsverzeichnis zu holen, diesmal sprach man sogar englisch und zwar ein richtig gutes. Jetzt hab ich 18 Seiten 3er WG-Angebote und muss erstmal alle rausfiltern, die nur Frauen wollen (von wegen Männer werden nicht diskriminiert). Anschließend kann ich dann alles rauswerfen, was zu weit weg von der Uni ist. Mal sehen, was übrig bleibt.

Ebenfalls erstaunlich glatt lief die Beschaffung einer spanischen Simkarte. Die junge Verkäufern sprach zwar nur wenig Englisch, aber es war genug, dass wir uns verständigen konnten. Jetzt bin ich Besitzer eine Prepaid-Karte von Happy Movil mit der Nummer: 693599305
Anrufe nach Dt kosten mich 3Cent/Min + 4,13Cent pro Anruf ins Festnetz oder + 12,74Cent ins Handynetz.

Eigentlich wollte ich dann noch was essen gehen, hab es dann aber verschoben da ich bisher keinen Hunger habe und auch keine Gelegenheit gefunden habe, die mich angesprochen hat.

Leider hab ich bisher auch noch keinen Supermercado (Supermarkt) finden können, dabei wäre es da soviel einfacher, die benötigten Dinge zu kaufen (weil man sie nicht benennen muss).

Ich denke, ich werde mich jetzt mal um die Wohnungen kümmern und heute abend nach was zu Essen suchen.

3. Tag Part 2

Mittwoch, 31.08.2011

22:00 Uhr, 21°C Eine Fledermaus drehte auf der Straße ihre Runden, warum ich das schreibe? Es erinnert mich daran, dass bestimmte Dinge überall zu finden sind. :)

Der eigentliche Grund ist aber der, ich habe es gewagt, auswärts Essen zu gehen. Dabei habe ich beschlossen, meine Reise etwas abenteuerlicher zu gestalten. In dem Restaurant / Bar / Speiseausgabe-Ort konnte ich zwar keine Tapas bestellen, vermutlich weil die ein anderes Wort benutzen, dafür bekam ich eine warme Mahlzeit. Was es war? Ich habe einfach irgendwas bestellt, ohne genau zu schauen, was es sein könnte, einzig dass Patatas (Kartoffeln) dabei sind, wusste ich vorher. Ich bekam dann 2 Spiegeleier mit gebratenem Speck und gebratener Paprika, dazu Pommes und Weißbrot. Zielsicher danebengegriffen!! Es war zwar lecker und insgesamt für 5€ auch völlig in Ordnung, aber typisch spanisch ist es vermutlich eher nicht. Trotzdem werde ich das in Zukunft wohl öfter machen, einfach irgendwas bestellen und überraschen lassen. Zum Glück bin ich ja nicht besonders wählerisch.

Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu berichten. Heute sind 2 Busse mit Studenten angekommen, welche anscheinend in die Residenz eingezogen sind. Zumindest belagern sie jetzt den Ausgang. Wie es scheint, Engländer oder Amerikaner, zumindest sprechen sie Englisch. Vielleicht versuche ich mal Kontakt zu knüpfen, aber irgendwie wirkten die Gestalten nicht so einladend. Mal schauen.

Morgen steht dann auf dem Plan:
- Anmelden an der Sprachschule
- Wasser kaufen
- 10:30 Uhr mit dem Prof. treffen und weiteres klären

Mal schauen, was der neue Tag bringt, dem alten werde ich jetzt noch  1-2h Zeit geben,  damit mein Magen wenigstens etwas verdauen kann. Inzwischen werde ich wohl die WGs fertig sortieren und noch mal die Projektbeschreibung lesen.

Ach ja, ich hatte ja noch ein Bild versprochen:

Catedral Vieja

Das ist eine der vielen Kirchen, pardon, Kathedralen hier im Ort. Ich fand sie halt interessant. Leider muss ich für mehr Bilder erst mal auf das Akku-Ladegerät warten oder einen Shop finden, der Batterien verkauft. Denn die aufgeladenen Akkus, stellten sich heute als leer heraus. Ja ja, Murphys Law. Der nette Hinweis meiner Mutter, die Akkus zu Hause zu laden, kam halt leider etwas spät, da das Ladegerät in LU liegt.
So bleibt die Reise wenigstens spannend.

4.Tag erster Arbeitstag

Donnerstag, 01.09.2011

Es ist 9:00 Uhr und 18°C. Der Tag geht gerade erst los und die Spanier rennen teilweise mit Jacken rum. Immerhin habe ich schon mal die wichtigsten Punkte von gestern erledigt. Die Anmeldung an der Sprachschule ist erfolgt. Mein Wasser habe ich auch bekommen, diesmal direkt 6 Flaschen für 3€. Der nette Verkäufer grinste auch gleich, als er mich kommen sah. Ich schätze, da werde ich in Zukunft wohl öfter mein Wasser kaufen, sofern ich nicht irgendwo ein billigeres Angebot finde.

Außerdem bin ich jetzt in Bezug auf die Neuankömmlinge etwas schlauer. Es sind Studenten der Suffolk Universität. Und da sie Englisch und nicht Spanisch reden, kommen sie wohl aus Boston, Massachusetts, und nicht aus Madrid. Das erklärt wohl auch, warum seit gestern abend ein Herr von der Security neben dem Eingang steht. Na ja, mir soll es egal sein.

Der nächste Punkt des heutigen Tages: Treffen mit dem Prof.
Mal schauen, wie sich das entwickelt. Daher bis später.

4. Tag erster Arbeitstag "Ende"

Donnerstag, 01.09.2011

13:00 Uhr, 22°C

Der erste Arbeitstag ist fast schon wieder vorbei. Es zeigt sich, dass die Spanier doch eine etwas andere Tagesplanung haben als wir. Das Gebäude in dem mein Labor liegt,  öffnet erst 8:00 Uhr, daher ist das auch der früheste Zeitpunkt für den Arbeitsbeginn. Die Kollegen treffen meist so zwischen 9:00 und 10:00 Uhr ein. Ich werde einen spanischen Studenten bei seiner Arbeit unterstützen bzw. er mich bei meinem Projekt. Ich vermute mal, wenn ich mich ausreichend in das Projekt eingearbeitet habe, kann ich es auch komplett übernehmen. Bisher habe ich 5 Kollegen kennengelernt, alle sprechen mehr oder weniger leidlich Englisch, aber es reicht zum Verstehen. Ich denke, sie werden mir dann auch helfen mein Spanisch zu verbessern.
Das Labor ist .... äh .... ein Erlebnis. Wer die geräumigen BASF Labore kennt, wird in diesem Labor Platzangst bekommen. Ein kleines Doppellabor mit 5 Arbeitsplätzen, vollgestopft bis unter die Decke (ja, auch über Kopf wird gelagert), eine kleine Mini S1 Cleanbench und viel ... äh.... Zeug. Das schlimme ist eigentlich, dass der Prof. in einem Nebensatz meinte, wir könnten noch bis zu 10 oder 12 Personen werden. Überrascht Na ja, es kann also noch lustig werden.

Jetzt werde ich erstmal die "Paper" durcharbeiten, warten, dass mir mein Partner die Sequenzen schickt und einige Kollegen aus der BASF nerven.  Morgen geht dann die Wohnungssuche los.
Insgesamt sind hier aber alle sehr locker. Selbst die Residenz ist recht locker. Auf Nachfragen, ob Essen (ggf. welches) inklusive ist, wurde geantwortet, dass ich entweder nach belieben Wertmarken kaufen kann oder direkt beim Essenholen bezahlen kann. Der Preis wäre ungefähr der gleiche. Ausziehen kann ich auch jederzeit und muss dann nur die tatsächlich benötigten Nächte zahlen. Ich glaube nicht, dass es in Deutschland ähnlich simpel wäre.

Ich werde dann mal noch ein bisschen Heimarbeit leisten und ggf. berichten, was ich heute abend noch treibe.

4. Tag Der Abend

Donnerstag, 01.09.2011

21:00 Uhr, 14°C es gab einen leichten Sommerregen.

Das Wetter wird langsam angenehm, jetzt fange ich an, mich wohl zu fühlen. Lächelnd Diesen Abend habe ich einen neuen Versuch gestartet, einen Supermarkt zu finden. Nach ein wenig Vorarbeit seitens meiner Mutter, welche sich zu Sorgen scheint, ich könnte verhungern, habe ich mich also auf den Weg gemacht. Kurz vor dem Ziel fand ich dann einen "Mercado" also kleinen Markt. Bin rein und stellte fest, der "kleine Markt" ist mal eben locker so groß wie die meisten real-Märkte daheim. Das Sortiment ist ähnlich, wobei es erheblich mehr (frisch) Fisch und Fleisch gibt als bei uns. Das Oliven-Sortiment ist ebenfalls deutlich größer, aber ist auch nicht weiter verwunderlich. Was mich ein wenig gewundert hat, die verkaufen Nudeln und Reis als Tiefkühlware, warum? Keine Ahnung!
Ich hab mir jedenfalls einen O-Saft und ein paar Kaugummis gekauft. Der O-Saft hat sich gerade als sehr künstlich erwiesen. Schmeckt ein wenig wie das O-Saft Brausepulver, das es bei uns mal gab. Jetzt versteh ich auch, warum es in der Bar (komme später drauf) "Zumo naranja naturala" (O-Saft Natur) auf der Karte gab. Nun ja, ich bin dann weiter zum Ziel, dem "Supermercado", welcher zwar vorhanden war (nach den letzten Tagen war das nicht sooo klar), sich aber als deutlich kleiner herausstellte. In etwa wie ein kleiner Rewe. Nun ja, ich weiss jetzt jedenfalls wo ich mich versorgen kann, wenn es sein muss.

Im Anschluss an die "ShoppingTour" bin ich einfach mal ziellos durch die Stadt geirrt. Am Ende fand ich (zufällig?) die Bar, welche ich mir vorher bei GoogleMaps ausgesucht hatte. Die "Bar Serrano" ist tatsächlich eine kleine, niedliche Tapas Bar. Wobei Tapas hier ja Pincho heißen. (Danke Mutti !) Aufs Blaue bestellen hat hier nicht so richtig funktioniert, da ich zuviel auf der Karte verstanden habe. Einzig die Bestellung des frittierten Balles, welcher an der Bar auslag, war eine Überraschung. Der Ball stellte sich als grob gestampfter Kartoffelbrei mit Paprikasalamiestücken heraus. Sehr lecker und die tägliche Ration Kartoffeln war auch gleich erfüllt. Zunge raus Ansonsten gabs ein Schinken Baguette und ein frisches Sandwich mit Salat, Tomaten, Ei, Thunfisch, Wurst und Käse. Dazu zwei Gläser Tomatensaft.

Thema Tomate:
Weil es mir gerade wieder einfällt, habe ich mich in China noch gewundert, dass Tomaten dort Obst sind, so trägt dieser Umstand in Spanien ganz neue Blüten. Auf der vergeblichen suche nach "Dulce de Leche" für meine Frau, habe ich doch spontan Tomatenmarmelade gefunden. Allerdings hat mein Mut nicht gereicht, sie zu kaufen. Falls also jemand gern zu Weihnachten ein experimentelles Geschenk haben möchte, einfach melden.

Ansonsten werde ich den Abend jetzt ruhig ausklingen lassen und früh ins Bett gehen.

5. Tag Wohnungssuche (1)

Freitag, 02.09.2011

19:00 Uhr, 23°C sonnig.

Nach dem ich das Frühstück heute verschlafen habe, war die meiste Zeit des Tages für das Lesen von Fachliteratur verplant. Daher gibt es auch noch nicht viel zu berichten.

Die Wohnungssuche ging heute einen Schritt weiter. Von 4 möglichen Wohnungen ist eine ausgeschieden, weil sie bereits belegt ist und eine weitere, weil sie kein Internet bietet. Eine dritte Wohnung habe ich gerade besucht. Das Zimmer war alt und klein, das Bad nicht sehr ansprechend. Das eigentliche Problem aber ist, dass das Internet aus der Bar unten drunter kommt. Weil ich vergessen hatte meinen Laptop mitzunehmen, weiss ich nicht mal, ob ich dazu in die Bar muss oder WLAN im Zimmer hätte. Die Wasserprobe war nicht warm, aber ich konnte es auch nicht lange laufen lassen. Um mir das Zimmer für eine Woche zu reservieren, hätte ich 50€ zahlen müssen.
Dafür hätte es keine Probleme gegeben, wenn mich meine Frau für 2-3 Wochen besucht. Zunge raus

Ich schätze, ich werde am Montag "meinen Studenten" dazu missbrauchen, mir bei der Wohnungsuche zu helfen. Die Kommunikation war doch recht schwierig.

Ob ich heute abend noch irgendwas mache, wird sich noch zeigen, so richtig Lust hab ich eigentlich nicht.

5. Tag Der Abend & kulinarische Einsichten

Freitag, 02.09.2011

Da ich heute mal so gar keine Lust hatte, mich noch großartig in die Stadt zu begeben, habe ich das Abendbrot in der Residenz probiert.
Es fällt mir schwer einen Vergleich zu finden, ich denke alljene, welche früher in der Schulspeisung gegessen haben, können die Qualität am ehesten kennen.
Als 1. Gang (ja, die essen hier immer 2 Gänge zum Mittag-/Abendessen) hatte ich eine Suppe, welche stark nach Kürbissuppe aussah, aber eher nach Erbsen schmeckte. Nach einer Weile bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass es vermutlich Mais war. War nicht spektakulär, aber recht solide.
Als 2. Gang gab es ..... ich nenn es mal Burger. Zwischen die zwei Hälften eines Burgerbrötchens war eine Scheibe Käse, eine Scheibe Tomate, Zwiebelringe und äh.... Fleisch gepackt. Wusstet ihr, dass man Fleisch so braten kann, dass es hellrot und furz trocken ist? Ich weiss nicht, wie ich es besser beschreiben soll. Um den "Burger" lag dann noch Salat und ein paar Maiskrümel. Das ganze für 4,20€ (inklusive 0,25L Wasser und einem Eis, auf das ich verzichtet habe).
Nun gut, jetzt habe ich auch diese Mahlzeit mal probiert und bin froh, dass ich ausreichend Reserven nach Spanien mitgenommen habe. Am Wochenende werde ich noch das Frühstück testen, um das kulinarische Grauen zu vervollständigen.

Ansonsten gibt es nichts weiter zu berichten. Die Gestaltung des morgigen Tages wird spontan ablaufen, daher gibt es heute auch keine Ausblicke.

Grüße nach Deutschland.

@meine Eltern: wenn ich vor Weihnachten nach Hause komme, hätte ich gern einmal Schusterpastete zum Mittag!

6. & 7. Tag Wochenende

Sonntag, 04.09.2011

Es ist 10:00 Uhr und es regnet

Da ich gestern nicht wirklich viel Spannendes getan habe, außer lesen wie weit der Stand der Wissenschaft beim Produzieren von ungesättigten Fettsäuren in Mikroorganismen ist, gab es auch keinen Blog-Eintrag. Ich bin nicht so richtig überzeugt, dass euch interessiert, wie man Primer generiert oder wo man die Basenpaarreihenfolge für ein bestimmtes Gen von Ashbya gossypii findet.

Heute habe ich zwar noch nicht viel getan, aber immerhin habe ich ein sehr ruhiges Frühstück bekommen. Nachdem ich die letzten Tage ja auf das Frühstück verzichtet habe, um etwas mehr Schlaf zu bekommen, habe ich heute den Test gewagt.
Es war nicht so schlimm, wie befürchtet. Es gab zur Auswahl: Haferflocken oder Schoko crisps jeweils mit Milch, ein Brötchen von gestern oder vorgestern, ein Croissant oder zwei Lebkuchen - ähnlich Schokotalern (sahen nur aus wie Lebkuchen, schmeckten aber nach nichts) und ein Glas Saft. Dazu dann halt Butter und Marmelade in den üblichen Hotel-Plastikpackungen.
Alles in allem also nichts ungewöhnliches, einzig mit dem Brötchen hätte man auch Leute erschlagen können. Ich vermute mal, wenn ich ein Brötchen von heute hätte haben wollen, müsste ich morgen wiederkommen.

Für heute gibt es noch keine rechte Planung. Falls es aufhört zu regnen, geh ich vielleicht noch in die Stadt.

Nachtrag:
Die Dusche war heute Morgen mal wieder kalt wie ... . Langsam glaube ich, die Leitung läuft übers Dach. Nur wenn die Sonne darauf scheint, ist das Wasser nicht eiskalt. Ich frage mich nur gerade, ob man im Winter dann mit Eiswürfeln duscht.

7. Tag

Sonntag, 04.09.2011

20:15 Uhr, 22°C blauer Himmel und Sonne

Nach dem bereits beschriebenen Frühstück habe ich ein wenig die Seele baumeln lassen und bin dann gegen 15:00 Uhr losgezogen, um mir ein Mittag zu besorgen. Erstmal bin ich relativ ziellos durch die Stadt gelaufen, auf der Suche nach einer ansprechenden Bar. Am Ende bin ich dann wieder in der Innenstadt, in der Nähe der Plaza de Mayor gelandet. In diesem Cafe war diesmal das Gericht meiner Wahl: "Paella con Carne" (Paella mit Fleisch). Nur blöd, dass mich der junge Kellner anschaute und dann meinte "no comer" (eigentlich sagte er noch mehr, aber nach meinem Blick versuchte er es simpel). Ich stand mal wieder voll auf dem Schlauch, obwohl "comer" essen bedeutet und mir eigentlich als Vokabel bekannt ist. Zum Glück half mir ein freundlicher Deutscher von Nebentisch mit den Worten: "Er meint, um diese Zeit hat die Küche zu. Also kein warmes Essen."
Na super...
Jedenfalls kamen wir ins Gespräch. Ich wechselte den Tisch und der Tag wurde interessanter. Der junge Kellner erklärte dann noch, dass wir an der Bar Tapas bestellen können. Mein Mittag war dann ein kleiner Teller mit gebratenem Hackfleisch und zerschnittenem Spiegelei, sowie einem kleinen Teller zerschnittenes Spiegelei mit durchweichten Pommes. Nicht gerade ein Hochgenuss, aber essbar. Etwas später setzten sich dann noch 2 ältere Ehepaare an einen Nachbartisch. Wie sich herausstellte aus Baden Württemberg:)

Nach geschätzten 1-1,5h Gespräch und Informationsaustausch zogen die "Alten" dann weiter.

Ich setzte mit dem Mann ohne Namen (hab vergessen, zu fragen oder ihn vergessen) den Nachmittag noch ein wenig fort. Mittlerweile mit dem Wissen, dass er in Leipzig wohnt, als Informatiker/Techniker beim MDR arbeitet und sehr viel unterwegs ist. Diesmal war er für 4,5 Wochen auf kleiner Rundreise in Spanien. Und auch sonst kommt er dienstlich viel in der Welt herum.
Wir besuchten dann noch die "neue" und die "alte" Kathedrale in Salamanca, wobei neu und alt bei solchen Gebäuden ja eher relativ ist. Interessanterweise wurde die alte Kathedrale einfach in die etwa 4-6mal so große neue Kathedrale integriert. Eine Turmbesteigung erlaubte einen schönen Ausblick über Salamanca und war auch sonst sehr interessant. Ich schätze, wenn Kerstin hier ist, werde ich das Ganze nochmal machen und dann auch Fotos hochladen.

Ansonsten gibt es nicht mehr so viel zu erzählen. Für Morgen sieht der Plan folgendes vor:
- vor der Arbeit die neue Liste mit Wohnung besorgen
- arbeiten gehen und vor Ort den Studenten (Rodrigo) verpflichten, bei der Wohnungssuche zu helfen
- wenn möglich, Wohnung besichtigen

Mal schauen, wie viel von dem Plan sich umsetzen lässt.

8. Tag Murphy lässt grüßen

Montag, 05.09.2011

18:30 Uhr, 23°C strahlender Sonnenschein und blauer Himmel.

Wie soll es anders sein, wenn der Morgen gut beginnt, kann der Tag eigentlich nur noch schlechter werden. Ich hatte heute das erste Mal warmes und zwar richtig warmes Wasser zum Duschen. Das Frühstück war soweit in Ordnung, schließlich war es Residenz-Frühstück. Kurz vor dem Losgehen noch schnell Mails schauen, das war der Plan.
Tja, seit heute Morgen ca. 9:00 Uhr funktioniert das Internet nicht. Also noch schnell an der Rezeption nachgefragt. Dauerte ca. 10-15min bevor jemand kam der Ahnung hatte, nur um mir dann mit einem Schulterzucken zu erklären, er kann nicht helfen, ich soll warten.
Da mir die Zeit zu knapp wurde, ist dadurch das Holen der Wohnungsliste flach gefallen. *grml* Wobei es genau genommen nicht weiter tragisch ist. So hat das Büro wenigstens Zeit, die Aktualisierung vorzunehmen, die nach dem WE vermutlich nötig ist.

Auf Arbeit gab es dann nicht viel zu tun. Die Designten Primer waren leider unbrauchbar, da jemand vergessen hatte, das Detail zu erwähnen, dass die Primer ca. 300Bp (Basenpaare) vor & hinter dem Gen liegen sollten. Na ja, dumm gelaufen. Also fix neue Primer designt. Aufgrund der erworbenen Übung war dies auch nicht weiter schwierig und dann innerhalb von ca. 45min erledigt.
Anschließend haben wir noch den gestrigen Geburtstag einer Kollegin gefeiert, welche ich heute das erste Mal gesehen habe. Es gab dazu eine Schinken-Dattel-Pastete. Der viele Blätterteig macht das Gericht zwar etwas trocken, aber es ist trotzdem sehr lecker. Ich schätze, ich werde mal schauen, dass ich sowas hier auch zu kaufen bekomme. Dann habe ich noch ein paar weitere Paper abgegriffen, welche jetzt meinen Lesestoff bilden und bin so gegen 13:30 Uhr zurück ins Zimmer.

Morgen schreibt mein Student Rodrigo noch seine 2. Prüfung nach. Anschließend wird er sich dann nach dem Mittag mit mir im Labor treffen, um mir bei der Wohnungssuche zu helfen. Zum Glück habe ich geahnt, dass „nach dem Mittag“ hier eine andere Zeit ist, als bei uns und sicherheitshalber nach der Uhrzeit gefragt. Als er dann 16:00 Uhr meinte, konnte ich mir ein Grinsen und den Kommentar, dass ich zu dieser Zeit meistens Feierabend gemacht habe, nicht verkneifen.

Zurück im Zimmer gab es immer noch kein Internet. Also mit dem Laptop runter zur Rezeption und da kam der nette Herr von heute Morgen auch schon auf mich zu. Es täte ihm unendlich leid, aber es gibt derzeit weder Internet noch Telefon und sie wissen nicht so genau warum. Vermutlich liegt es an den Bauarbeiten.

Wer sich jetzt fragt, wie diese Zeilen nun trotzdem auf den Blog kommen: Ich hab sie vorgeschrieben und bin dann zum Labor gelaufen, um sie von einem der dortigen Computer zu senden. Skypen fällt heute vermutlich flach. Ich hoffe die haben das Problem bis morgen behoben.

8. Tag Probleme behoben

Montag, 05.09.2011

20:45 Uhr, 28°C die Sonne scheint kräftig.

Nachdem ich scheinbar die halbe Residenz in Aufruhr versetzt habe, funktioniert jetzt endlich das Internet wieder.

Anscheinend war das Passwort abgelaufen oder sowas in der Art. So ganz genau hab ich es nicht verstanden. Dafür beginne ich langsam kleine Brocken zu verstehen, wenn meist auch erst nach dem dritten Mal.

Der Abend hat sich wieder relativ unspektakulär gestaltet, nachdem ich den Blogeintrag verfasst habe, habe ich gleich noch meine Mail überprüft und dabei festgestellt, dass die designten Primer immer noch nicht den Ansprüchen gerecht werden. Der Prof. hat sich überlegt, um für spätere Versuche nicht noch mal neue Primer designen und bestellen zu müssen, den Genabschnitt deutlich größer zu wählen als es vorher die Vorgabe war. Prinzipiell hat er damit auch völlig recht, nur wäre es schön gewesen, dies direkt beim ersten Mal zu bedenken. Nun gut, also auf ein Neues. Ich denke, das wird neben Skypen meine Abendbeschäftigung.

Außerdem habe ich die Zeit genutzt, um wieder einkaufen zu gehen. Diesmal habe ich richtigen O-Saft erwischt und gesehen, dass es auch meinen geliebten Birnensaft gibt. Desweiteren habe ich mir 4 kleine Becher "Mousse de Chocolate" gegönnt und einen kleinen Beutel Cocktail-Tomaten. Diese bilden heute mein Abendbrot, da ich ja zum Mittag die Pastete hatte und bisher auch keinerlei Hunger verspüre. Da ich mir aber vorgenommen habe, jeden Tag wenigstens ein kleines kulinarisches Experiment zu wagen, habe ich mir noch "Postre de Manzana Asada" geleistet. Was das ist? Keine Ahnung, irgendwas mit Apfel.Zwinkernd Meine Vermutung ist, dass es sich dabei um Apfelkompott handelt.

Der Plan für morgen sieht dann Wohnungssuche und ein bisschen Arbeit vor.

9. Tag Wohnungssuche und gierige Spanierinnen

Dienstag, 06.09.2011

20:00 Uhr, 35°C blauer Himmel und strahlender Sonnenschein.

Der Tag war diesmal wieder spannend.  Ich habe mir wie geplant die neue Wohnungsliste geholt, diesmal waren es „nur“ 52 Seiten. Nach ca. 2h hatten sich dann eine handvoll Wohnungen heraus kristallisiert, die in Frage kamen. Dann ab ins Labor, Notizen fürs Protokoll gemacht und Primer  mal wieder redisignt, denn jetzt waren die Abschnitte zu lang. Danach habe ich meinen Studenten eingepackt und ihn telefonieren lassen (von meinem Telefon aus, weiß eh nicht wie ich die 15€ verbrauchen soll).
Nach 3-4 Telefonaten waren schnell zwei Besichtigungstermine vereinbart. Einer direkt, der andere später.

Bei der ersten Wohnung angekommen, sahen wir dann eine 4er WG mit Küche, Bad und „Wohnzimmer“ für 220€ im Monat. Sauber war nicht gerade die Bezeichnung, welche mir eingefallen ist. Es war in Ordnung, wenn man keine Ansprüche hat, aber das Wahre war es nicht.
Da es noch einige Zeit bis zum zweiten Termin war, also noch ein paar weitere Telefonate geführt und auch eine der Wohnungen, welche aufgrund des Preises durch das erste Raster gefallen sind, angerufen. Besichtigung konnte sofort erfolgen.
Sehr schöne Wohnung mit alten (im Sinne von Antik) Möbeln, saubere Küche, 2 Bäder und im Zimmer ein Doppelbett. Kostenpunkt zu diesem Zeitpunkt: 280€.

Etwas später dann noch die dritte Wohnung besichtigt, deutlich kleiner und enger, dafür aber frisch renoviert. Die Klebestreifen der Maler waren noch an den Türen. Das Zimmer ging schön mit Blick zur Süd-West Seite, weshalb mich die Temperatur fast erschlagen hätte. Das Bett war klein und so konnten mich auch die 170€ nicht mehr überzeugen. Die Aussicht auf Platz im Bett, vor allem, wenn ich dann 3 Wochen nicht allein in selbigem bin, war einfach zu verlockend.
Daher die Vermieterin der zweiten Wohnung angerufen und zugesagt. Diese stellte dann erst mal fest, dass sie gern einen Mieter für ein Jahr und nicht nur sechs Monate hätte. Ich bekäme die Wohnung nur gegen Aufpreis von 20€. *grrr* Da schreit doch die Gier! Außerdem muss ich auch den vollen September zahlen, obwohl ich ja erst etwas später einziehe. Als sie dann noch rumzickte, dass Kerstin ja deutlich mehr Wasser brauchen würde als eingeplant, wurde selbst mein Dolmetscher etwas ungehalten. Am Ende haben wir uns geeinigt, dass sie in Bezug auf Kerstin von nichts weiß.

Damit ist meine Wohnungssuche erstmal beendet. Nun muss ich morgen nur noch der Residenz klar machen, dass ich ausziehen werde und herausfinden, wieviel ich hier bezahlen muss. Am Ende wollen doch alle nur an den Studenten verdienen.

Ansonsten habe ich heute noch eine interessante Beobachtung gemacht, so gegen 12:00 Uhr standen viele Rentner in einer langen Schlange vor einem „Laden“. Meine Vermutung ist, dass es dort heute die Rente gab.

Da ich gerade noch ein wenig verärgert bin, fällt mir nichts weiter ein und ich werde ggf. noch einen Eintrag nachschicken, wenn etwas Interessanten passiert oder mir noch was einfällt (kurze Infos werden evtl. auch rein editiert):

10. Tag Mittagspause, Siesta de Copacabana

Mittwoch, 07.09.2011

14:15 Uhr, 28°C, blauer Himmel, keine Wolke und demnach strahlender Sonnenschein.

Ich habe Mittagspause, ja genau, die geht hier so gegen 14:00 Uhr los. Weiter geht es so gegen 16:30 Uhr. Wer jetzt denkt, "Die spinnen die Spanier", trifft in etwa meine Gedanken.

Die Wohnung ist gemietet, die Schlüssel übergeben. Da ich das Geld nicht via Online-Banking überweisen konnte, was mich nichts gekostet hätte, musste ich heute jede Menge Bargeld holen. Dabei durfte ich dann leider erkennen, dass ich nicht mehr als 300 € pro Tag bekomme. Ziemlich ungünstig, wenn man 600 € zahlen soll. Rodrigo hat mir jetzt den Rest geliehen und das, wo ich so ungern Schulden mache. Irgendwie scheinen die hier alle sehr leichtgläubig zu sein, ich hätte zumindest nicht ohne irgendwas jemandem so viel Geld geliehen.

Wenigstens gab es in der Residenz keine Probleme, sie sind zwar nicht sehr glücklich, dass ich ausziehe, aber es stellt kein Problem dar. Für die 11 Tage zahle ich 165 €.

Bevor ich mein neues Zimmer beziehe, putzt meine Vermieterin noch die Fenster und bezieht das Bett. Wenn ich sie richtig verstanden habe, dann kann ich sowohl das Kissen benutzen als auch die Decke, welche sie bereit gelegt hat.

Einziger Wehrmutstropfen an dem neuen Zimmer: die Internetverbindung ist bescheiden. In meinem Zimmer kaum mehr als 2 von 5 Balken. In der Küche immerhin 4 von 5. Skypen mit Video wird also eher schwierig werden.

Dafür bekomme ich im Laufe der nächsten Woche wohl die Rechte eines Studenten an der Universität und damit auch den dortigen Internetzugang. Der hilft mir zwar nicht in meiner Wohnung, aber da ich ja eh recht lang im Labor bin, kann ich vielleicht hin und wieder von dort aus Skypen.

Ich habe mir ja vorgenommen möglichst jeden Tag ein kleines kulinarisches Experiment zu versuchen. Gestern bestand dieses Experiment aus "Dulce de Leche", einer Karamelcreme. Vom Namen und der Beschreibung her kannte ich es zwar schon, aber gekostet hatte ich sie noch nicht. Sehr süß, erinnert ein wenig an gezuckerte Kondensmilch, braun und von sirupartiger Konsistenz. Schmeckt mit Weißbrot und Keksen.
Das "Bratapfelkompott" stellte sich übrigens als unangenehm süß heraus und war pur fast nicht genießbar. Mit etwas Weißbrot ging es dann, meine Welt ist es trotzdem nicht.
Das heutige Experiment bestand aus einem kleinen Baguette, welches mit einem Omelette aus Ei und Thunfisch belegt war. Es ist zwar nicht die Art Mahlzeit die ich normalerweise zum Frühstück esse, aber da dieses Frühstück um 11:30 Uhr war, ist es dann doch in Ordnung:). Jedenfalls war es recht lecker und kommt auf  die soeben entstandene Liste der Dinge, welche zu Hause nachgeahmt werden können.

Falls der Rest des Tages noch etwas Interessantes bringt, wird ein weiterer Eintrag folgen, wenn nicht, werde ich heute einen Großteil meiner Habe in das neue Zimmer transferieren, eine letzte Nacht mit schnellem Internet in der Residenz verbringen und dann vollständig umziehen.

Was die Idee mit dem Surf-Stick angeht, ich lass es mir durch den Kopf gehen.

11. Tag Das Fest beginnt....

Donnerstag, 08.09.2011

21:15 Uhr, ca. 26°C klarer Himmel, aber dunkel ^^

Mal abgesehen davon, dass der Server heute lange Zeit nicht zu erreichen war, ist bis zum Abend nicht viel Interessantes passiert.

Heute bin ich aus der Residenz aus-  und in das Zimmer in der neuen Wohnung eingezogen. Da ich bereits einige Verbrauchsartikel hier in Spanien erworben habe (z.B. Wasser, Taschentücher), musste ich zum Umziehen zwei Mal laufen. Hat nicht alles in die Tasche gepasst:). Dabei habe ich die Residenz sozusagen zum Abschluss nochmal in Aufregung versetzt. Anscheinend hat die Dame am Empfang befürchtet, ich könnte gehen wollen, ohne zu zahlen oder meinen Schlüssel zu hinterlassen. Jedenfalls hat sie erstmal ziemlich aufgeregt auf mich eingeredet, was natürlich dazu führte, dass ich nix, aber auch gar nix, verstanden habe.
Als sie dann endlich merkte, dass ich nur stumm da stehe und warte, kam sie auf die Idee jemanden anzurufen, der Englisch spricht. Ungefähr 5min später waren dann alle Missverständnisse geklärt und ich konnte meinen Weg fortsetzen.

Der Versuch mit Kerstin zu Skypen, hat trotz der dürftigen Internetverbindung recht gut geklappt. Sogar mit Video. Dafür musste ich feststellen, dass nicht alle von mir benötigten Ports offen sind. Dieses Problem sollte ich aber klären können, hoffe ich.

Das eigentlich Interessante ist aber das Straßenfest, welches heute in Salamanca begonnen hat. Wer mehr darüber wissen will, darf hier nachlesen: http://www.whatsalamanca.com/feria-salamanca.html
Jedenfalls habe ich die Zeit genutzt und endlich wieder kulinarische Experimente durchgeführt. Dazu bin ich relativ ziellos durch die Stadt bzw. rund um den Plaza de Mayor gelaufen und habe mir in etwa jeder vierten Bar ein Pincho (Tapas) gegönnt. Den Beginn machte ein mit Kraut, gekochtem Eiweiß, Majo und darüber geriebenem Eigelb belegtes Brötchen. Die roten Stücke konnte ich leider nicht deuten. Sah kurios aus, war aber ziemlich lecker.
Danach folgte etwas, wie ich dachte, altbekanntes. In einer anderen Bar fand ich meine frittierte Kartoffelkugel. Also schnell bestellt! Es war dann zwar auch frittierter Kartoffelstampf, aber diesmal mit Thunfisch und dazu eine wirklich scharfe Knoblauchsoße. Unerwartet, aber extrem lecker.
Zum etwas unfreiwilligen Abschluss habe ich in einer Bar in einer Seitengasse eine Art Rindfleisch-Geschnetzeltes bestellt. Ich vermute, dass zusätzlich noch Speck drin war, jedenfalls verzichte ich auf weitere Beschreibungen und sage nur so viel, ich brauchte zusätzlich zwei Flaschen (200ml) Fanta, um das Zeug runterzuspülen und war danach so satt und bedient, dass ich wieder nach Hause bin. Jeder weitere Gedanke an Essen verursachte plötzlich Übelkeit.
Zum Glück kann ich auf meinen "Schweinemagen" vertrauen und gehe nicht davon aus,  dass ich weitere Folgen zu befürchten habe. Jedenfalls kommt dieses Gericht auf die Liste: "Definitiv nicht wieder!"

Dafür bekomme ich es langsam hin, mich soweit verständlich zu machen, dass ich eben jenes Essen bekomme, das ich auch bestellt habe. Zumindest solange nichts Unvorhergesehenes passiert.

Ich werde jetzt jedenfalls Feierabend machen und weitere Ausflüge auf Morgen verschieben.

12. Tag, Das Wochenende ruft, die Arbeit antwortet.

Freitag, 09.09.2011

19:45 Uhr, 32°C bis 40°C (Schatten/Sonne) blauer Himmel und strahlender Sonnenschein.

Der Arbeitstag ist soeben zu Ende gegangen. Ich war noch schnell im Supermarkt, habe neues Wasser und Zutaten für Frühstück und Mittag gekauft (z.B. Milch und Müsli).

Da ich außer Laborarbeit heute nicht viel getan habe, werde ich diesmal auch nur einen Ausschnitt daraus berichten. Alle, die damit etwas anfangen können, lesen weiter, alle anderen springen einfach zum nächsten Absatz.
Heute sind die designten Primer gekommen, etwa gegen 17:45 Uhr und mein Student war der festen Überzeugung, dass es eine gute Idee sei, die PCR noch heute zu starten. Nun ja, da man diese üblicherweise ja bei 4°C stehen lassen kann, hab ich dann auch nicht großartig widersprochen. Also PCR angesetzt, dabei erst mal festgestellt, dass man es hier nicht immer so genau nimmt (0,3-1µM Primer? Ach was, einfach 1µl rein, das machen wir immer so). Nach meinen Berechnungen hätten wir 3µl gebraucht, aber was solls.
Jedenfalls PCR in zwei Maschinen gestartet (weil PCR-Produkte unterschiedlich lang) nur um dann zu erfahren, die eine Maschine kann nicht auf 4°C kühlen. *grr* Eigentlich müsste ich also bis ca. 21:00 Uhr im Labor sitzen oder später nochmal kommen. Da ich aber keinen Schlüssel habe, wurde kurzerhand beschlossen, dass die Lagerung bei Raumtemperatur über das Wochenende kein Problem sein sollte. Montag kann ich dann berichten, ob es doch ein Problem war.

Jedenfalls endet meine Arbeit heute nicht einfach. Ich muss das Laborjournal heute mit den geistigen Errungenschaften der letzten Tage füllen und da ich weiß, dass aufschieben es nur schlimmer macht, werde ich diesmal auch direkt damit anfangen. Wenn ich Spanier wäre, könnte ich danach ja immer noch rausgehen, um zu essen und zu feiern. Ich bin aber kein Spanier, daher werde ich im Anschluss wohl ins Bett gehen.

Vielleicht mache ich mir noch was zu essen, damit meine einzigen Mahlzeiten für heute nicht aus einem Baguette mit Omelette und Tomate zum (spanischen) Frühstück und eine 1L Flasche Jogurtdrink zum (spanischen) Mittag nicht das einzige sind.

Und wie ich diese Zeilen so schreibe, fällt mir ein, dass ich ja heute Fotos von meinem Zimmer und der Wohnung gemacht habe.
Hier nun also meine neue Residenz. Bilder von der Straße bis zum Zimmer.

 

Als erstes ist der Hauseingang zu sehen, alles mit dunklem Holz vertäfelt.
Hauseingang
Jetzt kommt der erste Teil des Wohnungsflures. Links geht das Zimmer eines Italieners ab, geradezu beginnt Flur Teil 2.
Wohnungsflur Teil 1
Logisch, auf Teil 1 folgt Teil 2. Diesmal aber vom Ende aus fotographiert. Folgende Türen sind zu sehen/erahnen,geradezu am Ende die Tür hinter der vermutlich Italiener Nr. 2 lebt.
Erste Tür links: Küche
Zweite Tür links: Bad Nr. 1 (kein Bild)
Dritte/Vierte Tür links: weitere Zimmer, wobei das vierte belegt ist, das dritte nicht.
Wohnungsflur Teil 2
Es folgt ein Foto der Küche:
Die Küche
"Mein" Badezimmer, also Bad Nr.2 Leider im Querformat, weil ich vergessen habe, es vorher zu drehen und ich das Bild jetzt nicht mehr löschen kann.
Bad Nr. 2
Es folgen zwei Bilder meines Zimmers und meine Aussicht aus dem Fenster. Die Beschreibung zu der Aussicht findet ihr unter den Bildern.
Bett, Schrank, Arbeitsplatz Tür zum Flur und Spiegel :) Weitblick aus dem Fenster
Auf der Außenansicht könnt ihr folgendes erkennen:
2 Fenster rechts: Zimmer drei und vier
komischer Plastikkasten rechts, der Balkon, welcher zur Küche gehört und unter anderem die Waschmaschiene beherbergt.
Geradezu das vergitterte sind die Fenster zum Flur. Dann halt noch unsere Wäscheleine und links die Balkone unserer Nachbarn.

Da mir jetzt die Schultern vom schreiben weh tun, ist erstmal Feierabend für heute.